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Über Herbert Unger | KlumpART

Mir macht es besondere Freude, altem Schrott und Gerümpel ein zweites Leben einzuhauchen, indem ich Montagen aus Objekten anfertige, die andere Menschen weggeworfen haben.


Gebrauchsgegenstände, die früher ein ganzes Menschenleben funktionieren mussten, erfahren heute kaum noch Wertschätzung.
Manche der Gegenstände, die ich für meine Objekte verwende, habe ich auf Flohmärkten oder am Sperrmüll gefunden. Andere sogenannte „nutzlose Dinge“ und Kuriositäten sind mir im Lauf der Zeit zugetragen worden.


Wie ich meine Materialien auswähle, hängt mit den Erfahrungen zusammen, die ich in meinen beiden ganz unterschiedlichen Berufen, HTL-Techniker und diplomierter Sozialarbeiter, sammeln konnte. Obwohl diese beiden Berufsfelder auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, ergänzen sie sich durch ihre unterschiedlichen Zugänge und Perspektiven.


Meistens verwende ich für meine Objekte nur zwei oder drei Gegenstände, die mich besonders ansprechen. Manchmal bin ich selbst überrascht, dass es gelingen kann, mit nur wenigen Materialien, einem anderen Blickwinkel auf Dinge und etwas Fantasie aussagekräftige Skulpturen zu schaffen. Dieser Prozess ist allerdings immer abhängig von den vorgefundenen Gegenständen, die unterschiedlichste Formen, Farben und Strukturen aufweisen.


Bevor ich mit dem Zusammensetzen beginne, stelle ich mir verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vor, um die Richtung der Umsetzung herauszufinden. Danach versuche ich die einzelnen Komponenten so miteinander in Verbindung zu bringen, dass daraus ein aussagekräftiges Objekt nach meinen Vorstellungen entsteht. Zum Beispiel finden zwei hölzerne Schuhspanner als Stelzenvögel in einem „Paarungstänzchen“ zusammen, oder aus einigen alten Weinreben-Messern wird eine „Wein4tler Landpartie“. Während dieses Montagevorgangs werden die Betrachtungsebenen so lange verändert, bis das skulpturale Objekt in sich eine neue, ausdrucksstarke Einheit bildet.
Dabei – und auch bei der Titelgebung – spielt der Humor eine nicht unwesentliche Rolle. Denn nicht zuletzt sind meine Recycling-Objekte auch ein augenzwinkerndes Manifest gegen unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Ich bin seit vielen Jahren Mitglied der Kulturvernetzung Niederösterreich und des Kunstverein Mistelbach.

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